Zusammenfassung: Züchtermorgen vom 25.3.2007 Auf unserer Einladung haben wir provokativ geschrieben – HD – unser Problem?
Was ist HD ? Hüftgelenkdysplasie = instabiles Hüftgelenk, eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke. Das Hüftgelenk des Hundes ist ein Kugelgelenk. Die Gelenkstabilität wird deswegen vorwiegend durch die Passform vom Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne geregelt. Das kleine Oberschenkelkopfband, welches das Zentrum des Kopfes mit der Pfanne verbindet,- trägt nur sehr wenig zur Stabilität bei. Das Gelenk wird in weiterem von einer Gelenkkapsel umfasst und die Knochenenden sind von einer schützenden Knorpelschicht überzogen. Diese Knorpelschicht, zusammen mit der Gelenkschmiere, genannt Synovia, lässt eine Beschwerdenfreie Bewegung zu. Wenn nun der Oberschekelkopf nicht gut in der Pfanne sitzt oder die Pfanne zu wenig oder zu flach ausgebildet ist, bewegt sich der Oberschelkelkopf lose und reibend locker in der Pfanne und die schützende Knorpelschicht wird langsam abgenützt. Die schmerzempfindlichen Knochen fangen an, sich aufeinander zu reiben. – So wie wir beim Tragen von zu grossen Schuhen bald Blasen oder einen tüchtigen Muskelkater bekommen, nimmt auch das Hüftgelenk Schaden, wenn der Oberschenkelkopf dauernd in der Gelenkspfanne herum rutscht. Technisch ausgedrückt, erfährt ein lockeres Hüftgelenk die selben Veränderungen wie ein lockeres Radlager: Es wird ausgeschlagen. Wie entsteht HD? HD ist eine Erbkrankheit. Es sind verschiedene Gene beteiligt, ein einziges verantwortliches Gen ist bis heute noch nicht festgestellt worden. Einzig das Grad der Elterntiere gibt uns noch keine absolute Garantie für die Gene der Elterntiere. Dies bedeutet, dass ein Elterntier wohl sehr gut einen guten HD Grad hat, seine Geschwister jedoch schlechte Werte aufweisen. Dieser Hund hat einen sechser im Lotto gemacht, ist anscheinend HD frei. In Wirklichkeit ist er aber ein gesunder Genträger, der seine versteckten schlechten Gene weitervererben wird. Somit wird deutlich, dass auch HD Grad der Eltern, Grosseltern, Geschwistern und den eventuellen Welpen wichtig und aussagekräftig sind. Entwicklung der Hüftgelenke für einen individuellen Welpen. Massgebend sind drei Faktoren: Genetik, Haltung und Fütterung. GENETIK: Es ist die Aufgabe und Verantwortung des Züchters, möglichst viele und veritäre Auskünfte über den Zuchtpartner einzuholen. Es ist ebenso wichtig, dass er die gleichen Auskünfte über seine eigene Hündin, wenn sie nicht aus der eigenen Zucht stammt, einholt. Nur wenn abgeklärt ist, dass in den beiden Zuchtlinien keine grossen Abweichungen von guten HD Werten vorliegen, kann eine Paarung geplant werden. HALTUNG: Grundsätzlich sollte der Welpe geschont werden. Zwar kann ein gut ausgebildetes und gesundes Hüftgelenk durch normale Bewegungen und Spielen mit Artgenossen nicht beschädigt werden. Wenn aber das Gelenk nicht korrekt ausgebildet ist, was wir ja noch nicht wissen können, kann wildes herumtoben und Springen zusätzliche Schäden bewirken. Hier muss auch von einigen Welpenspielgruppen gewarnt werden, wo die Welpen unkontrolliert und zu lange herumtoben dürfen. Sicher ist es vernünftig, eine massive Ueberanstrengung des noch unreifen Skeletts des Junghundes zu vermeiden, da ein Knochen im Wachstum weniger belastbar ist, als das Skelett eines ausgewachsenen Tieres. FUETTRUNG: Eine Fütterung, welche den Hund sehr schnell wachsen und insbesondere schnell an Gewicht zunehmen lässt, fördert die fehlerhafte Entwicklung der Gelenke nachweislich. Ein Hund mit einer Veranlagung zu HD kann sich also die Hüftgelenkarthrose geradezu anfressen. Es ist erwiesen, dass Hunde, die langsam wachsen, weniger schwer an HD erkranken als ihre schneller wachsenden und damit schwereren Wurfgeschwister. Besonders wichtig ist, von der Zufütterung von Kalzium zu warnen. Ueberfütterung von Kalzium führt zu einer Verlangsamung der Formung des Knochens, zu verdickter Knochensubstanz und zu einer Mangelernährung des Knorpels. Folgen der HD Bei Bewegung werden die Hüftgelenke regelmässig zyklisch belastet. Der von der Krankheit betroffene Junghund hat eine starke Schmerzfase im ersten Lebensjahr. Er zeigt Unlust zu Spielen, steht schlecht auf, zeigt Anlauflahmheit und ein unstabiles Gangwerk. Das gelegentliche Hinken tun wir mehrfach als Wachstumsstörung ab, das Phänomen verschwindet ja dann auch wieder. Was wir allerdings nicht sehen können, ist dass der Knorpelabbau bereits angefangen hat und, dass der Hund Schmerzen hat. Dann tritt eine offensichtliche Ruhepause ein. Von aussen betrachtet ist alles normal. Der Knorpelabbau geht aber unaufhaltsam weiter, es fangen an Knochenzubildungen zu entstehen, weil das erkrankte Gelenk sich zu stabilisieren versucht. Folgen sind immer stärke werdende Schmerzen im Hüftgelenk. Die Hunde versuchen die Hintergliedmassen zu entlasten und zeigen die gleichen Symptome wie beim Junghund, wollen nicht mehr ins Auto springen, vermeiden Treppen und stehen schlecht auf. Diese Mechanismen führen zu Muskelschwund, was die Arthrose weiter fördert, weil dadurch die schützende Funktion der Muskulatur am Hüftgelenk wegfällt. Später zeigen dysplasiegeplagte Hunde bei körperlichen Aktivitäten immer deutlicher Lahmheitsanzeichen. Nicht selten verändert sich unter chronischen Schmerzen auch der Charakter des Hundes.
Normales Gelenk: Ein schön runder Oberschenkelkopf der gut in der gut geformter Pfanne sitzt. Wenn wir einen Kreis um das Gelenk malen und einen Querstrich ziehen, sehen wir, dass der Mittelpunkt des Oberschenkelkopfes tief in der Pfanne sitzt. Hochgradige HD beidseitig: Die Pfanne ist nur unvollständig ausgebildet. Der Abstand vom Oberschenkelkopf liegt weit ausserhalb der Pfanne, das Gelenk könnte jeden Moment luxieren. Wenn wir hier den gleichen Kreis malen würden, sehen wir, dass der Mittelpunkt des Oberschenkelknochens weit ausserhalb der Pfanne liegt. Da es sich hier um einen noch jungen Hund handelt, ist noch keine bedeutende Arthrosebildung sichtbar. Hochgradige Arthrose mit Knochenzubildung: Auch hier, wenn wir den Kreis malen würden, sehen wir nicht nur, dass der Oberschenkelkopf nicht korrekt positioniert ist aber auch, dass der Rand der Pfanne deutlich verdickt ist. Es findet bereits eine starke Knochenzubildung statt. Dieser Hund hinkt zeitweise und wenn man den Umfang vom Oberschenkelmuskel messen würde, würde er einen deutlichen Muskelschwund aufweisen, weil er verzweifelt versucht, das schmerzende Gelenk zu schonen.
HD kann nur mit Röntgenbildern diagnostiert werden. Die Aufnahmen müssen unter Narkose gemacht werden. Die Vet. Universitätskliniken Bern und Zürich sind berechtigt die Auswertung vorzunehmen. Die Zuchtkommission stellt mit grossem Bedauern fest, dass relativ wenig Hunde geröngt werden. Meistens wird die Erklärung abgegeben, dass der jeweilige Hund nur ein Familienhund bleiben würde und nie in die Zucht käme. Da es aber feststeht, dass die Vererbung von HD nicht systematisch ist, ist die Bedeutung von möglichst vielen HD Resultaten Massgebend. Wie bereits am Anfang erwähnt, kann ein in die Zucht gelangender Hund mit guten HD Werten durchaus ein Einzellfall sein, während seine Geschwister durchwegs schlechte Werte aufweisen, also ein Genträger, der wahrscheinlich seinen Nachkommen schlechte Hüften vererben wird. Deshalb möchte die Zuchtkommission die Benützung von Hunden mit HD Grad C in der Zucht reglementieren. Wir werden zwei Vorschlage für eine Zuchtreglementsänderung zur Abstimmung bei der nächsten Generalversammlung im 2008 unterbreiten:
Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen auf Ihre Unterstützung zur Wohle unserer Hunde. Die Zuchtkommission |
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